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Rund Hiddensee
 


Anfang September hatte ich mir bei Marineservice Nehmzow einen Termin geben lassen, um den Motor durch zu checken. Der hatte doch einige seltsame Geräusche von sich gegeben und eine Wartung war ebenfalls fällig.
Mit dem Fahrrad fuhr ich an einem herrlichen Sommermorgen zum Boot, packte den Drahtesel auf das Vorschiff und tuckerte um einen Pylon der Rügenbrücke herum in das alte Hafenbecken. Dort machte ich an dem Schrottkahn "Käptn Brass" fest.

Ganz geheuer kam mir das da nicht vor, aber die Mechaniker fanden mich sofort. Ölwechsel, Ölfilter neu, Impellercheck und -wechsel waren routinemäßig dran. Allerdings fanden sie noch eine kaputte Dichtung der Wasserpumpe und einen kaputten Öldruckschalter. Ich ließ die Jungs werkeln, fuhr zum Haus. Eine nette Nachbarin fuhr meine Tochter und mich samt Gepäck zum Hafen. Der Motor war in Ordnung, schnell noch bezahlt - uff sechs Stunden Arbeitszeit kosten was - und ab auf den Strelasund.

 

 

Wir holten bei dem schwachen Wind den Blister raus und genossen hin und her kreuzend das Leben, das Licht, das Wasser und die frische Luft.
 

 
Am nächsten Morgen ging es nach Hiddensee - bei wenig Wind. Im Flachwasser südlich von Hiddensee saßen tausende von Schwänen. Sie markierten hervorragend die Grenze zwischen Fahrrinne und Flachwasser. Denn sie schwimmen nur so weit, dass sie mit ihrem langen Hals bis auf den Grund reichen, um dort in den Wasserpflanzen zu grasen.
 

 
Erst am späten Nachmittag erreichten wir das klare, saubere Ostseewasser und ankerten vor Hiddensee.
Mit dem Dinghi fuhren wir an den Strand, um dort im herrlich weichen, weißen Sand das Abendbrot und Abendrot zu genießen. Leider ließen das die Mücken nicht zu. So viele Mückenstiche wie an diesem Abend, habe ich den ganzen Sommerurlaub in Schweden nicht erhalten. Aber schön war es doch.


 
Am nächsten Morgen holte Wibke einen Schulfreund vom Strand ab und wir umsegelten bei einer leichten Brise die Nordspitze von Hiddensee.  

 

 
Es gab viel zu erzählen. Es ist schon spannend, zu erfahren, welchen Weg die jungen Leute, die man als Kleinkind schon kannte, gehen. Ich habe volles Vertrauen in die Jugend. Sie schaffen das!
 

Wir ankerten vor dem Bug südlich von Drankse, badeten und brachten Stefan abends nach Schaprode. Dieser Hafen barg eine tolle Überraschung.
In der Gaststätte "Schillings Gasthof" wird Fleisch von eigenen Rinden und Lämmern angeboten, die auf der gegenüberliegenden Insel Öhe weideten.
Auch das Bier der Inselbrauerei schmeckte hervorragend.
 
 
Man beachte: das Bier ist hier "selten" und "subtil prickelnd". Toll, diese Werbetexte; fast so schön, wie bei Wein.
 
Wibke hatte eine Komilitonin zum Mitsegeln eingeladen. Diese kam mit Eltern und Bruder zum Treffpunkt an der Wittower Fähre. Eine neue Erfahrung für mich: auch sechs Leute haben auf der "Mistral" Platz.
Leider war Seenebel; kalt und feucht blies der Wind aus West, so dass wir nur unter Vorsegel das Fahrwasser bis Breege fuhren. In Breege machten wir im Hafen fest und es gab Fischbrötchen und heißen Kaffee.
 

 
 
Auf der Rückfahrt gegen den Wind kam langsam die Sonne durch den Nebel und wir hatten hinter der Wittower Fähre auf dem Schlag nach Norden noch richtig guten, leichten Segelwind. Die Kinder steuerten uns unter Blister bis nach Wiek, wo die Familie uns zum Grillen einlud.

  Wiek
 
Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Happy Sailing südwärts immer das Fahrwasser entlang, kurz rauf auf die See mit Ankerstopp am Bug und abends südwärts nach Vitte auf Hiddensee.
 
 
 
Der Hafenmeister kam auch gleich nach dem Anlegen mit seinem Rad auf den Steg gefahren und kassierte. Im Halbdunkel wanderten wir zum Strand und genossen die dunklen Töne von Rot, Violett und Blau am Abendhimmel.
 

 
Übrigens machen die Pferde hier auf Hiddensee ein typisches Geräusch. Nein kein Wiehern! Sie machen Klack-klack mit den Hufen auf der Straße. Inselauf und - ab ist dieses Geräusch zu hören, kein Motorengebrumm oder Aufjaulen eines Motorrades.

Der nächste Tag war Sonntag und wir fuhren in einem Pulk von Seglern in Richtung Stralsund. Ein schönes Bild.
 
 

 
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