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Von Hamburg durch den Nord-Ostsee-Kanal
 
5.6.2016
Da das ablaufende Wasser erst am Nachmittag einsetzen sollte, hatte ich an diesem Tag viel Zeit, meine Ausrüstung zu checken und das Boot für die Große Fahrt vorzubereiten.
Ich pumpte z.B. das neue Schlauchbot auf und stellte fest, dass die Luft gleich wieder durch die Ventile entwich. Es dauerte einige Zeit, eh ich raus hatte, wie man die kleinen Nippel im Ventil drehen musste, damit die Luft im Schlauch blieb. Ein netter Nachbar borgte mir seine elektrische Luftpumpe und mir wurden schweißüberströmt sofort die Vorteile einer solchen klar.
Zum Glück hatte Björn, der Werftchef, noch eine solche übrig und schenkte sie mir, kurz bevor er zum Harburger Hafenfest ablegte.

16:45 Uhr war alles klar und ich legte ab. Da die Schleuse noch nicht geöffnet war drehte ich einige kleine Runden durch den Harburger Hafen. Erstaunlich viele Wohnschiffe waren dort zu sehen.
Das erste Mal einhand durch die Schleuse, danke Emma-Susanne für den Tipp mit der Leine an der Wante. Klappte super!
Schleuse Einhand
Nach der Schleuse gab ich Gas, um gegen 18:00 Uhr an der Kattwykbrücke zu sein, die nur alle zwei Stunden bei Bedarf gehoben wird.
Unterwegs entlud sich ein Schauer.

Kattwyk-Bruecke

Hamburg verabschiedete sich mit tollen Gewitterwolken.

Adios Hamburg
Wieder viel Verkehr auf der Elbe:
Elbe - Verkehr
Ich fuhr durch zwei Gewitter bis Wedel und übernachtete dort. Zwei Kuckucks begrüßten mich dort mit Ihren Rufen.

06.06.2016
Am Morgen: NEBEL!
Uff, damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Mein Plan sah vor, am Morgen mit der ablaufenden Tide bis Glückstadt, dann mit der nächsten nach Cuxhaven, dann Richtung Helgoland.
Aber eigentlich hatte ich ja gar keinen PLAN, mehr so eine Idee. Na mal sehen.

Drei Stunden später als geplant, gegen 9 Uhr motorte ich los und motorte und motorte, denn kein Windhauch war zu spüren:

ElbeImpressionen  Gaffelkutter

Die Jungs im Gaffelkutter hatte ich ein Stück geschleppt, bis auf Höhe Glückstadt die Tide kippte. Da kam eine kleine Brise auf. Sie fuhren langsam weiter, ich ankerte, schlief, las und wartete auf das nächste ablaufende Wasser. Als die Ebbe endlich einsetzte, war wieder kaum Wind zu spüren. Also holte ich den Blister raus. Juchuu, das erste Mal mit so einer Blase vorm Bug war schon beeindruckend.
Ich hatte eine Menge zu lernen und zu knoten bis die dazugehörigen Leinen endlich so liefen, wie sie sollten.

Auf Höhe der Glückstadt-Fähren frischte der Wind auf, also Blister runter und Genua hoch. Mit flotter Fahrt ging es weiter, bis ich in der Dämmerung Brunsbüttel näher kam. Dort rief ich die Schleuse und bekam Bescheid, dass ich gleich einlaufen konnte. Also Leinen und Fender klar und am schwimmenden Holzsteg in der Schleuse festgemacht.
Gleich links hinter der Schleuse liegt ein kleiner Hafen. Dort machte ich fest und genoß in einer nahen Gaststätte ein großes Bier mit Blick auf die, in die Schleuse, einlaufenden Frachter.
Blister


07.06.2016 - Fahr durch den NOK

Ich legte 05:45 Uhr ab. Dann begann ein langer Tag unter Motor. Mit stetigen 5,3 kn fuhr ich die 98 km durch den Nord-Ostsee-Kanal. Ab und zu kamen Frachter entgegen oder überholten langsam.
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Da der Wind von achtern kam, war es ein heißer sonniger Tag. Ein kurzer Badestopp vor Anker in einem kleinen See bei Kilometer 85 belebte meine Lebensgeister.
In der langen Wartezeit vor der Schleuse, gab mir der Holländer Harry Leinenhilfe. Er will auch nach Stockholm und hat drei Monate Zeit.
Dann wollte ich nach Laboe rübersegeln, hatte aber Flaute, so dass auch die letzten Kilometer unter Motor zurückgelegt wurden.

Als ich endlich in Laboe im Museumshafen festmachte hatten "Mistral" und ich 56 Seemeilen in 14 Stunden hinter uns.

 
Laboe  Ostseesand
Dass die Entscheidung für NOK und Ostsee richtig war, sagten mir am Abend meine Füße im herrlich weichen Ostseesand.

Nach einem netten Abend mit fünf Herren von der Marinekameradschaft Hildesheim, bei Fassbier auf deren "Mola"-Charterboot verholte ich mich gegen 23 Uhr in die Koje