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In Schweden
 
Utklippan - Kalmar
 
25. Juni 2016
 
Utklippan leer
Am Morgen verholte ich die "Mistral" auf die andere Seite des Hafenbeckens, um endlich einen Inselrundgang zu machen. Gegenüber an dem kurzen Kai lag ich gestern. Wie ich von einem freundlichen Motorbootfahrer aus Karlskrona erfuhr, hatte ich mit meinem Versuch einer Wanderung von Einfahrt zu Einfahrt ein tolles Hafenkino geliefert. Schön, dass sich auch andere darüber amüsiert haben!

 
In den Schären
Dann fuhr ich in die Schärenwelt von Karlskrona und ankerte zufrieden an einer windgeschützten felsigen Schäre. Das festmachen direkt an der Schäre und mit Heckanker funtionierte nicht, da ich zwei mal zu früh den Heckanker warf und die Leine nicht so lang war, dass ich ans Ufer kam.
 
Sonnensegel
Es war so unglaublich heiß, dass ich das Regendach zum Sonnensegel umfunktionierte. Sogar das Wasser war so warm, dass ich mehrere Runden ums Schiff schwimmen und ein wenig den Rumpf putzen konnte.

Pures Glück durchströmte mich dort, so dass ich minutenlang übers ganze Gesicht strahlte, einfach so!
 
26. Juni 2016
 
Am nächsten Morgen drehte der Wind wie angekündigt und ich lag auf Legerwall. Also Anker auf und zum Frühstück gegenüber in die Bucht.
Aber es war kein ruhiges Frühstücken, frischte der Wind doch sehr auf: 15 Knoten, in Böen 20kn.
 
Ich tauschte die Genua gegen die Selbstwendefock und motorte gegen 13 Uhr das Fahrwasser entlang nach Südwesten, genau gegen den Wind. Vor der Ausfahrt auf die See stand eine unruhige Welle und viel Wind. Ich setzte das Großsegel mit zwei Reffs. Als ich dazu die Selbstwendefock setzen wollte, flog durch die schlagende Bewegung des Segels die umgelenkte Schot zwei mal aus dem Schnappblock. Jedes Mal musste ich die Fock wieder runter lassen, auf Deck sichern und die Schot in den Block legen.
Zum Glück hatte ich genug Seeraum für diese Spielchen. Der Bug tauchte tief in die heranstürmenden Wellen und ich hatte einen Eindruck von der nassen, harten Arbeit auf dem Vorschiff bei Sturm.
Nach dem zweiten vergeblichen Versuch brach ich ab und fuhr nur mit gerefftem Großsegel auf Utklippan zu.
Das ging sogar sehr gut, wenn auch langsam. Mit 3,5 kn Fahrt steuerte "Windy" uns sicher bei 24 kn Wind.
Da hatte ich wieder was gelernt! Die "Mistral" fährt bei Starkwind gut nur mit Großssegel.

 
Kaum war ich auf Utklippan angekommen, traf auch die "Leijona" ein. Das ist ein Zweimaster vom Typ Colin Archer, gesteuert von Regina. Wir sind beide im Verein "Die Seglerinnen e.V." und hatten uns hier verabredet.

 

 

Die Crew der "Leijona" und ich aßen gemeinsam Abendbrot im kühlen Wind beim Sonnenuntergang auf den Klippen.
 

Nach Sonnenuntergang wurde es sehr kühl. Zum Glück gab es eine neue Schutzhütte, die vom nachmittäglichen Sonnenschein schön aufgeheizt war. Dort trafen nach und nach Segler von anderen Schiffen ein und wir unterhielten uns angeregt.

 
27. Juni 2016
 
Als wir am nächsten Morgen auf den klippen frühstückten, störte uns ein Gesumme am Himmel. Unser Nachbar von der "Sebale" hatte eine Drohne dabei. Erst fanden wir das lästig, aber als wir die tollen Aufnahmen sahen, waren wir alle begeistert.
Das dritte Schiff von rechts ist die "Mistral", dahinter die "Leijona". Man sieht uns sogar am Tisch sitzen.

 
Aber noch interessanter war, dass es auf dem Leuchtturm eine Webcam gibt. So konnten alle, denen wir den Link schickten, unsere Ablegemanöver verfolgen.
Hier auf dem Bild der Webcam setze ich gerade die Genua:

  Nach dem Ablegen ging es flott mit achterlichem Wind Richtung Öland. Mit den Segeln in Schmetterlingsstellung hatte ich nach ein paar Stunden die "Leijona" eingeholt. So hatten wir sogar ein "Seglerinnentreffen" auf hoher See!
Leijona1
 
Leijona2
 
Dann trennten sich unsere Kurse und ich fuhr nach Kristianopol.
Unterwegs verfolgte ich aufmerksam einem Notruf wegen gebrochenem Ruder und den anschließenden Funkgesprächen zwischen Rescue und Havaristen zu.
Seenotretter
Kurz nachdem ich im Hafen lag wurde dann die "Oude Hippe" mit Volker und Thomas aus Bonn von den Seenotrettern reingeschleppt. Das Mitgefühl aller Segeler im Hafen gehörte ihnen.
Wir aßen zusammen im Cafe Abendbrot und tranken ein Bier.
Krabbenbrot und Bier
 
28.Juni 2016
 
Ich nutzte die Gelegenheit und wusch Wäsche, ging einkaufen und spazierte durch den wunderschönen kleinen Ort.
Überall niedliche Holzhäuser und gepflegte Gärten.

Auch die Kirche war interessant. Der Altar mit gemalten Bäumen verschönert...
Kirche Kristianopol
... und der Ort als Pappmodell nachgebildet:
Pappmodell
 
Dann blies mich der frische Südwestwind locker und flott nach Norden. Unterwegs baute ich einen mechanische Pinnenfeststeller indem ich in eine Holzlatte mehrere Löcher bohrte und die Latte entsprechend der Bankbreite im Cockpit zusägte.
Wegen der Sägespäne säuberte ich gleich noch den Cockpitboden und die Grätinge. Währenddessen steuerte "Windy", die Windsteueranlage uns nach Kalmar.
Kalmar mit Ölandbrücke
 
In Kalmar besorgte ich mir für die kommende Etappe Seekarten und ein Buch mit Beschreibungen von Naturhäfen:

Seekarten
 
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