Home   "Mistral"   Aktuell   Törns

 
In Schweden
 
Kalmar - Schärengarten - Stockholm
 
1. Juli 2016
 

Abfahrt aus Kalmar nach Norden unter der Brücke nach Öland hindurch. Es wehte ein sehr frischer achterlicher Wind.
 

Der Wind kam in Schauerböen, die mich rasant vorwärts trieben.
 
Bla Jungfrun
Die Insel Bla Jungfrun ist nur von weitem blau....
 
Bla Jungfrun
...von Nahem roter Granit mit grünen Bäumen. Die Wellen wurden hier im flachen Wasser schnell größer und schaukelten mich und die Mistral extrem hin und her.
Aber die Windsteueranlage steuerte uns sicher an der Insel vorbei.
 

Nach ein paar Stunden war die Einfahrt in die Schären erreicht. Zwischen den Inseln Älö und Uvholmen gibt es eine tolle Buchtenlandschaft, in der ich mir einen windgeschützten Ankerplatz suchte.
Mistral in Bucht vor Anker
Dort blies ich das Schlauchboot auf und probierte den Elektro-Außenborder aus.
 
2. Juli 2016
 
Am nächsten Morgen schob uns der frische Südwest schnell durch das enge Fahrwasser.
Eine Stelle, wo rechts ein kleiner weißroter Leuchtturm stand und links ein zweigeteilte Insel lag, erkannte ich von meiner Paddeltour von 2010 wieder. Whau, hier war ich entlang gepaddelt.
Paddeln 2010
 
Paddeln 2010
Wie anders war doch die Aussicht. Damals machte ich Fotos vom Leuchtturm, hinter dem ein Segelboot vorbeizog, heute fuhr ich selbst unter Segeln daran vorbei.
 

Da der Wind und die Schräglage unter Genua immer stärker wurden, beschloß ich, Segel zu wechseln. In einer größeren Bucht drehte ich im Windschatten bei, barg die Genua und setzte das gereffte Großsegel. Da kam eine Schauerwalze vorbei und der Regen peitschte das Wasser glatt. Ich rollte das Großsegel ein und motorte pitschnaß gegenan.
 

 
War ich froh, in der Bucht zu sein. Die Böen hätte ich nicht in einem engen Fahrwasser erleben wollen. Kurz darauf schleppte ein Seenotkreuzer einen Segler durch die Bucht.
Ich folgte Ihnen durch einen kleinen Kanal.

 
Danach kam der Wind nur noch schwach aus nördlichen Richtungen und ich suchte mir eine nette Buchtenlandschaft zum Ankern.

Dort klappte es mit dem Heckanker ausbringen und am Fels festmachen sehr gut. Eine Leine um einen Felsblock, die andere in dem Ring des Felshakens, den ich in Kalmar gekauft hatte.

 
Abends war beim EM-Viertelfinale: Deutschland gegen Italien, der Elfmetermarathon!!!
 
3.Juli 2016
 
Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und ich machte eine Buchtenrundfahrt mit dem Beiboot. Ich ruderte von Bucht zu Bucht und suchte mir die schönste Insel aus.

 
Abends legte ein junges deutsches Pärchen mit Baby und mit ihrem Boot vom Typ Mistral (Vorgänger von Halberg/Rassy?) neben mir an. Sie verbringen die Elternzeit gemeinsam segelnd. Toll!
 

Ich dichtete den Schornsteindurchführung ab, sammelte Heidelbeeren und besuchte Burkhard auf seiner Bavaria 35, der in der Bucht ankerte. Ihn hatte ich auf Utklippan und in Kalmar getroffen.

Auch den nächsten Tag verbrachte ich hier in der Bucht und fuhr erst weiter am:
 
5. Juli 2016
 
Ich hatte mir für diesen Tag ca. 30 Seemeilen vorgenommen und legte deshalb schon 8:30 Uhr ab, nachdem ich zwei Kannen Tee und diverse Snacks wie Brote, Mohrrüben und Obstsalat vorbereitet hatte.
Mit raumem Wind ging es flott durch mal enge, mal weite Fahrwasser. Gewissenhaft hakte ich Tonne um Tonne auf der Seekarte ab.
 
Flaute
Gegen 10 Uhr zog Hochnebel auf und die Sonne hatte einen Ring (Halo). Ab 14 Uhr war nur noch wenig Wind zu spüren und ich suchte mir einen Liegeplatz auf Kupa Klint.
Dort machte ich gegen 16:15 fest und wollte gerade auf die Kuppe wandern, um einen Rundblick zu wagen, da frischte der Wind auf. Und diesmal hielt der Heckanker nicht. Also Leinen los und weiter. Den Wind nutzen!
 
Eine schöne Abendbrise wehte mich bis Arkö, wo ich in einer kleinen Bucht auf der Südostseite gegen 20 Uhr ankerte.
 
36 Meilen !!!

Mittwoch 6. Juli 2016

Ich hatte zwei Routen geplant, die anspruchsvollere führte mich um das Kap Landsort herum. Dann mal los.


Es wehte wieder ein steifer Südost, so dass ich mit Genua 5-6 Knoten Fahrt machte.

Mittags wehte es mit 15 - 20 Knoten immer noch aus Südost und der Funkdienst brachte eine Sturmwarnung. Auch der Seewetterbericht sagte Starkwind und Sturm für dieses Gebiet voraus, also doch nicht Landsort sondern in der Nähe Schutz suchen.
Die Wellen der Bucht, die ich gerade überquerte, bekamen Schaumkronen und wurden höher.
 
Im Fahrwasser im Schutz einer Insel flog ich nur so dahin und hörte von irgendwoher Musik. Es dauerte eine Weile, eh ich heraushatte, dass es die lose Genuaschot war, die auf dem Relingsdraht scheuerte und dabei Töne erzeugte!
 
14 Uhr war ich in einer tollen Buchtenlandschaft - Västerfjärden - die ich erst einmal komplett durchfuhr (das dauerte ca eine Stunde), eh ich ankerte.
Dann gab es einen relaxten Nachmittag mit Beiboot fahren, Lesen und Schwimmen.
Ich - ganz relaxt

 
Donnerstag 7. Juli 2016
 
Kurz nach dem Ablagen passierte ich eine enge Durchfahrt - Sävö - mit niedlichen Häusern, Anlegestegen, Café und Wanderwegen.
Sävö
 
Schön ist es hier! Ich genieße es: die kleinen bewaldeten Inseln, die bunten, meist roten Holzhäuser, das Glitzern der Sonne auf dem Wasser, der Wind, der mich vorwärts treibt, das Rauschen des Wassers an Bug und Heck.

 
11:40 habe ich das Kap Landsort mit seinem Leuchtturm passiert. Unterhalb des Leuchtturms stehen Kanonen, Denkmal oder?
Landsort
 

Nach 12 Uhr frischt der Wind erheblich auf, 22 Knoten in den Böen 26kn! Ich nahm die Genua runter und fuhr das Großsegel mit 2 Reffs. Das war bei dem nun sehr böigen Wind auch nötig. Mit 4-4,5 Kn fuhr ich langsam, aber sicher Richtung Ornö.

 

Dort ankerte ich zwischen vielen anderen in einer kleinen Bucht namens Kolnäsviken. Diesmal musste ich noch einmal Anker auf gehen, da ich zu nah an ein Nachbarboot geriet. Dessen Schwoibewegungen waren aber auch seltsam!


Kurz nach mir traf auch Burkhard mit seiner "Mille" ein. Ich fuhr mit dem Beiboot an Land, sammelte Heidelbeeren und genoss den Blick vom steinigen Ufer zwischen Kiefern hindurch auf das Wasser.
 
Freitag 8. Juli 2016
Auf nach Stockholm!
Ich verstaute das gut getrocknete Beiboot im Vorschiff und ging vor der Abfahrt noch mal baden, huch war das frisch!
Leider war kaum Wind, deshalb motorte ich die Strecke.

Einmal sah ich etwas Schwarzes im Wasser - ein Fender? Ach nee eine Robbe!
 
Rennboote Rennboot Dann wurde es spannend: in engen Kanälen kam mir eine ganze Flottille von Renn- und Motorbooten entgegen. Die hatten heute wohl Ausfahrt!
 
Außerdem gab es sooo viel zu sehen:
Boot aufgebockt
 

 

 

 

 

 
Kanal
Dann endlich Stockholm in Sicht!
Stockholm
 
Stockholm
 
Stockholm
 
Stockholm
 
Ich legte im Wasahamn an, kurz geschockt von dem nahe gelegenem Vergnügungspark. Doch hier im Hafen war es ruhig und da ich ganz hinten am inneren Steg lag, auch vor dem Schwell gut geschützt.

Das Boot bedurfte einer gründlichen Reinigung und ich danach auch. Schnell noch Einkaufen und dann...
 
Taxi
...war ich nicht mehr allein. Martina begleitet mich nun auf den nächsten Meilen.
 
Duo