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"Ab in den Süden, da ist es wärmer"
 
"Ab in den Süden, da ist es wärmer" - das war unser Standardspruch, wenn wir mal wieder im Ölzeug seglten oder nach dem Morgenbad aus dem kalten Wasser stiegen.
Also steuerten wir durch die engen, schönen Fahrwasser zwischen den Schären nach Süden. Allerdings hatten wir meist Gegenwind (seit Monaten Südwest) und mussten viel kreuzen. Für Strecken, die ich nordwärts in einem Tag segelte, brauchten wir nach Süden teilweise vier Tage. So lernten wir viele schöne Ankerbuchten und nette Häfen kennen.
 
24. Juli 2016
 
Nach der langen Überfahrt von den Alandinseln lag gegen 14 Uhr der Leuchtturm Söderarm, der früher die Einfahrt nach Stockholm ausleuchtete, vor uns.

 

Leuchtturm Söderarm.
Der Leuchtturm und die umliegenden Häuser werden heute als Konferenzzentrum genutzt. Wir bogen von dort aus in den Schärengarten ab und suchten uns eine nette ruhige Schäreninsel zum Anlegen.


 

Dieser Felsbuckel hatte es mir angetan. Da musste ich unbedingt raufklettern.
 

Ich wurde mit einer tollen Aussicht belohnt.
 
 
Phantastisch, welche Strukturen, Formen und Farben die Natur malt.
 

Ich hatte auch hier auf dieser kleinen Insel Blaubeeren und Himbeeren gefunden. Die gab es zum Abendessen.

 
Am nächsten Morgen waren das Wetter und die Sicht besser. Die herrliche Schärenwelt zeigte sich von ihrer schönsten Seite.


 
Schärengarten
Im Hintergrund ragt der Leuchtturm Söderarm heraus.
 
Schärengarten
Die Schweden sammeln sich gern an einer schönen Stelle und ankern dort gemeinsam.
 

 

 

 

 


Hier in Möja versuchten wir, einzukaufen. Aber in Möja-Kyrkviken war es übervoll und in Möja-Berg gab es nur eine Tankstelle und einen Fährkai. So drehte ich im Fahrwasser Kreise während Martina an Land sprang und das Nötigste, wie Bananen, Käse, Kekse und Mohrrüben einkaufte.
 

Nicht weit von Möja fanden wir am Abend noch eine nette kleine Bucht für uns allein. Aber kaum hatten wir festgemacht legten drei junge Schweden mit ihrem kleinen Motorboot an. Sie grillten abends auf den Felsen und der leckere Bratenduft zog zu uns herüber.
 

Nach einer mit wunderschönen bunten Häusern gesäumten Durchfahrt zwischen Möja und Södermöja ankerten wir über Mittag in einer windgeschützten Bucht. Dort standen auch diese netten Häuser. Wir sahen ein älteres Ehepaar ab und zu baden gehen, mit dem Enkelkind spielen, draußen auf der Terasse speisen - ein harmonisches Sommerbild.
 
28. Juli 2016

In Bullandö fanden wir ganz hinten in der Ecke vor dem Restaurant einen Gastliegeplatz, der nicht dem Schwell vorbeifahrender Motorboote ausgesetzt war. Hier gefiel es uns sehr.
 

In diesem Haus ist die Sauna untergebracht. Man hat dort beim Schwitzen einen wunderschönen Blick auf den Yachthafen.
 


Am nächsten Tag konnten wir waschen und trockneten die Wäsche auf dem Boot. Bei dem schönen sonnigen Wetter war sie in ein paar Stunden trocken. Die Zeit nutzten wir für ein ausgiebiges Frühstück im Cafe, Einkauf, Eisessen und Spaziergang übers Gelände der Marina - Boote begucken.
 
Am nächsten Morgen fuhren wir am Vormittag "ums Eck" und ankerten in einer größeren, windgeschützten Bucht. Am Nachmittag zog ein kleines Unwetter durch - schön, die Wolken zu beobachten.
 

 

 

 
Nach diesem Relaxtag in der Bucht ging es noch einmal nach Bullandö, den Wassertank füllen. Dann kreuzten wir weiter nach Süden.
 

Gaffelschoner "Gratitude". Den haben wir überholt!
 

Happy Sailing.
 

Ich versuche, fleißig zu sein und überspiele die Bilder, die bisher entstanden sind auf den Laptop.

 

 

 

Die seeartige Bucht - Varnöfläden - hat eine Zufahrt, die nur 1,8m tief ist. Dementsprechend leer war es hier und wir haben eine schöne Anlegemöglichkeit am Felsen gefunden. Leider war dort abends Schatten, so gingen wir zum Picknick auf die Sonnenseite.
 
Sturmfock
Segeln mit Sturmfock - bei 25kn Wind.
 
5. August 2016
Blaubeerkuchen
Die netteste Erinnerung an Nynäshamn - liebevoll angerichteter Blaubeerkuchen in Jannis Cafe.
 
Dragetskanal
 
Dragetskanal
Die Durchfahrt durch den "Dragetskanal" ist sehr spannend. Langsam tuckernd steuerten wir durch diesen 4m breiten und nur 2m tiefen Kanal. Ich muss zugeben: ein wenig Herzklopfen hatte ich dabei schon.
 

Inmitten der Schären war es wunderschön warm. Jede Insel ist anders, jede Minute bietet sich ein neuer, wunderschöner Anblick.
 

Mir machte das Segeln zwischen den Inseln ungeheuer Spaß. Dank elektronischer Seekarten auf dem Tablet konnten wir mühelos den Kurs verfolgen und die Route des Tages planen. Ebenso einfach war es für uns, schnell umzuentscheiden, wenn wir doch in eine andere Bucht fahren wollten.
 

Wir trafen viele andere Segler, hier überholt uns kurz vor Sävö gerade ein Holländer.
 

Mir hatte auf der Tour nach Norden Sävö sehr gefallen, also wollte ich Martina ins dortige Cafe einladen. Leider schloss es gerade, als wir um 16 Uhr anlegten. Schade.
Leicht enttäuscht fuhren wir gleich hinter Sävö in einen langen Fjord ein und fanden dort einen schönen Ankerplatz. Wir badeten, aßen Abendbrot und genossen den wunderschönen Abend.
 
7. August 2016
Die Stadt Oxelösund bietet vom Wasser aus erst mal einen sehr industiellen Anblick. Ein großes Stahlwerk und ein Verladehafen sind schon von Weitem zu sehen. Oxelösund
 
Oxelösund
 
Oxelösund
 
Oxelösund alt
Der alte Stadtkern von Oxelösund.
 
Oxelösund Verladekai
Gleich gegenüber vom Verladekai liegt der "Fiskeham"-Yachthafen. Hier wird gerade ein Kohlefrachter entladen.
 
Oxelösund Fiskehamn
Hier verbrachten wir zwei Sturm-Regen-Tage und trafen nette andere Segler, tauschten Bücher und ließen es uns im Hafenrestaurant schmecken.
 
Oxelösund City
Eine kostenlose Tschu-Tschu-Bahn (zwei, von einem Traktor gezogene, Hänger) brachte uns ins Stadtzentrum.
 
Skulptur Oxelösund
 
Einkauf
So sah unser Einkauf aus, Verpflegung für die nächsten Tage.
 
11. August 2016


Bei der Ausfahrt aus Oxelösund nach Süden steht dieses wunderschöne alte Lotsenhaus.
 

 

Starker Wind und Schauerböen ließen uns den Kurs das Fahrwasser entlang wählen.
 

Das Thermometer im Salon zeigte 15°C, an Deck waren es gefühlte 5°C, brrr.
 

Wir passierten die "Kaisertonne" weslich von Aspö, die ich schon vom Hinweg kannte.
 

Ein Adler schwebte majestätisch über unseren Ankerplatz in einer winzigen Bucht unweit des Fahrwassers.
 

Beim Spaziergang über die Schären erblickte ich diesen Trimaran, der mit achterlicher Abendbrise das Fahrwasser entlangsegelte.
 

Unsere kleine, wunderschöne Ankerbucht bei Stora Fagelön.
 

Einmal wenigstens musste ich es tun: ein Lagerfeuer! Wir genossen den romantischen Abend und kramten sogar ein paar Volkslieder hervor, die wir zum Knistern der Flammen sangen.
 
Wolken Wasser
Das gab es auch: Flaute mit tollen Wolkenspiegelungen auf dem Wasser.
 

Überhaupt: dieses Licht und das Glitzern des Wassers - wunderschön, fast berauschend. Und nie langweilig!
 

Auch Schauerböen haben ihre eigne Schönheit - von Weitem.
 
14. August 2016
Västervik Restaurant
Der nächste Hafen war Västervik. Direkt am Yachthafen stärkten wir uns in diesem nett, maritim eingerichtetem Restaurant "Smedjan".
 
Västervik
Diese Robbe lag mittem auf dem Weg in die Stadt. Dort folgte der obligatorische Einkauf von Lebensmitteln für die nächsten Tage.
 
Västervik
Von dieser Immobilie direkt am Yachthafen hat man immer einen schönen Blick auf Hafen und Stadt.
 
Västervik
Der Yachthafen war sehr leer. Man merkte, dass die Saison für viele Schweden vorbei war.
 

Der große Aufbruch der ausländischen Segler nach Süden. Die nächsten Tage hatten wir die Insel "Bla Jungfrun" in Sicht.
 
 
Um den hohen Wellen draußen auszuweichen, wählten wir den Weg durch die engen Fahrwasser südlich des Kernkraftwerkes. Welch ein Irrsinn! So eng und kurvenreich! Höchste Aufmerksamkeit war gefordert! Immer ein Blick auf die Karte, einer auf den Tiefenmesser und einer auf die nächste Tonne. Manchmal betrug die Torbreite zwischen roter und grüner Tonne keine 5m. Und das bei Windstärke 5-6.
 

Wir waren froh und sehr müde als wir die Bucht bei Stora Kettelsö erreichten, wo wir das letzte Mal an einer Schäre fest machten.
 

Der nächste Tag brachte Dauerregen.
 

 
Nasse Seekarten
Leider fand das Wasser den Weg ins Innere und durchfeuchtete mehrere Seekarten. Wir hingen Sie zum Trocknen in den Salon. Abends fuhren wir die 6 Seemeilen in den Hafen von Oskarsham.
 

Am 19. August überquerten wir den Kalmarsund und machten in Sandvik fest.
 
Kalmar LT
Es folgte ein herrlicher Segeltag - Happy Sailing - nach Kalmar.
 
Kalmar
 
KBV 033 in Kalmar
Whau! Beim Einlaufen in Kalmar entdeckte ich dieses Schiff der Küstenwache: den KBV 033. An der Schiffsserie hatte ich mitgebaut. Ich hatte mit der Planung, Bestellung und Abnahme der beiden Krane und dem Ölbekämpfungsequiment zu tun. Es ist jedes Mal ein tolles Gefühl für mich, ein Schiff zu sehen, an dem ich mitgearbeitet habe.
 

Hier in Kalmar verbrachten wir noch ein paar schöne Urlaubstage, bevor sich Martina verabschiedete.

 
 
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