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Stralsund und Rügen
 
16.06.2016
Blister
Es ging früh los unter Blister bei schwachem Südwestwind. Der Wind sah erst so aus, als könnte ich fix zur Insel Mön rüber, aber er schlief nachmittags kurz hinterm Darßer Ort ganz ein. Von 16:30 bis 19:30 hoffte ich immer ein wenig auf Wind, schlief im Cockpit und auf dem Vorschiff.

Dann motorte ich über die spiegelglatte See nach Hiddensee und ankerte dort in der Nähe des kleinen Leuchtturms Gellen.


17.6.2016
Die Nacht vor Anker war trotz drehendem Wind sehr ruhig. Da der Wind auffrischen sollte schlug ich die Selbstwendefock an.
Anker auf und los mit zunehmendem,achterlichen Wind sauste ich die Fahrrinne entlang. Auf den flachen Ausläufern der Insel Hiddensee saßen tausende Schwäne. Auch einen Seeadler sah ich dort sitzen.
In strömendem Regen bei nachlassendem Wind erreichte ich Stralsund pünktlich zur Brückenöffnung um 12:20 Uhr.
Stralsund 
 
Um 13 Uhr war das Boot fest in der Segelschule auf der Insel Dänholm.
Dort holte mich Steffen ab und wir fuhren zu unserem Haus in Zarrendorf.
Haus
Da es verkauft werden soll, sortierte ich meine Sachen aus. Auch mein treues Seekajak kam weg. Wir brachten es zu "Wasser und Wind", wo es hoffentlich einen euen Liebhaber findet.
Zur Feier des Tages gingen wir im "Hiddenseer" essen. Der Knusperdorsch mit Rosmarinkartoffeln war wirklich lecker.


18.06.2016
Weiter gings mit Aufräumen und Kuchen backen. Um 14 Uhr waren wir dann wieder an Bord, dort kamen Katrin und Franka dazu. Kaffee und Kuchen und eine Rumverkostung.

Besuch
Aber als die Besucher alle von Bord waren, war ich irgendwie froh, allein zu sein.
Ich bereitete das Boot für die Weiterfahrt vor und quatschte Abends lange mit "Wolle", dem Hafenmeister.


19.6.2016 - Stralsund - Saßnitz
Die Vorhersage war: "Schwachwindig". Ich war froh, mit einigermaßen flotten 3-4 kn von Stralsund weg zu kommen. In Stahlbrode traf ich mich noch mal mit Steffen, wir tauschten noch Klappkiste und vergessene Isomatte. Dann fuhr er mit der Fähre nach Rügen rüber und machte noch ein paar Fotos von der "Mistral" unter Genua.

Ich kam flott voran, der Wind frischte auf und pustete die "Mistral" mit 4-5 kn über den Greifswalder Bodden.
14 Uhr war ich schon am Südperd bei Thießow (die Südostspitze der Insel Rügen). ich überlegte, dort vor dem Strand im Windschatten zu Ankern. Aber es lief grad so schön. "Windy" steuerte, ich döste und die "Mistral" rauschte übers Wasser.

Suedperd
Am Nordperd allerdings sah es dann anders aus. Der Wind frischte auf und erreichte auf der Prorer Wiek (der großen Bucht zwischen Göhren und Saßnitz) 23 kn und wohl noch mehr.
Windmesser
Mitten auf der Bucht wurde der Wind so stark, dass ich die Genua runter nehmen musste und die Selbstwedefock setzte. So ein Vorsegelwechsel dauert immer lange, diesmal 15 Minuten.

- Erst Großsegel gerefft setzen damit Fahrt im Boot bleibt.
- Dann Genuafall lösen und Genua runter reißen, dabei festhalten, dass sie nicht ins Wasser kommt.
- Genua am Relingsdraht verzurren.
- Die Stagreiter der Genua lösen. Vorderteil der Genua verzurren.
- Die Selbstwendefock holen.
- Selbstwedefock anschlagen und Stagreiter an Vorstag befestigen.
- Selbstwendefock setzen. Die killt natürlich erst einmal. Deshalb möglichst schnell ins Cockpit, um die Schot dicht zu holen.

Mit stolzen 4-5 Knoten, ab und zu von Wellen gebremst, kämpfte sich die Mistral bis kurz vor Saßnitz. Hier unter Land war der Wind am stärksten, deshalb motorte ich bis zur Hafenenfahrt. Die Mole des Saßnitzer Hafens ist 800m lang. Da hat man Zeit genug, um Leinen und Fender auszubringen.

Eine heiße Dusche und ein gutes Essen beim Italiener waren meine Belohnung nach diesem anstrengenden Ritt.

Montag, 20.06.2016
Ein Spaziergang zu meiner geliebten Kreiseküste und ein Bad in der kühlen Ostsee standen morgens auf dem Programm.







 
Anschließend durch Saßnitz zum Supermarkt und anstrengendes Schleppen des Einkaufs bis zum Hafen hinunter.
Schnell noch die Homepage aktualisieren und vielleicht geht es abends weiter nach Bornholm.

P.S. eben legte ein Segelboot aus Polen an. Ob man es glaubt oder nicht: eine Carter 30. genau so ein Boot wie meins. Igor, der Skipper hat es in Stettin gechartert.