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Guten Tag und Herzlich Willkommen auf meiner Homepage!



 
Susanne Radlach
radlach@hotmail.com
mobil: 0049 157 88 46 27 73

 
 
Ich wurde 1965 in Kühlungsborn geboren. Am Meer!
Die Sommerferien verbrachten mein Bruder und ich bei unseren Großeltern in Kröpelin. Morgens wurden wir dort in der Milchsammelstelle zu diversen Arbeiten eingespannt, Malern, Kohlen in den Heizkeller bringen, Milch abwiegen, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ernten und putzen.

Wenn die Großeltern schliefen, fuhren wir mit den Fahrrädern die 13 Kilometer nach Kühlungsborn über die Kühlung, einem 100m hohen Anstieg zum Strand.
Wir badeten, tauchten, schwammen und buddelten im Sand um den Strandkorb herum tiefe Löcher.
Die Großeltern kamen dann mit Kuchen, sonnten sich und badeten bevor sie zur zweiten Milchannahme wieder nach Kröpelin fuhren.
Zum Abendbrot hatten wir dann auch die anstrengende Radtour hinter uns gebracht. Wir waren so was von fit!

Die vertraute Nähe des Meeres und mein Fernweh ließen mich alles lesen, was mit Meer und Abenteuergeschichten darauf zu tun hatte. Ich träumte mich ins Karibische Meer, war als Pirat und Entdecker unterwegs. Wollte Kapitän werden und zur See fahren. Meine Lieblingsserie hieß auch so: "Zur See" und dann gab es da noch "Ivo und die blaue Möve", eine Serie über Jungs in Jugoslavien, die mit eigenem Kutter unterwegs waren.
Wie oft wurde ich in der Schule beim Träumen und Kutter malen erwischt!

 
Meine Eltern kauften sich irgendwann ein Faltboot (Kolobri von Pouch) mit Segeleinrichtung. Darauf lernte ich Segeln.
Später hatte mein Bruder einen Pirat aus Holz, der toll segelte, aber einen irren Pflegeaufwand benötigte. ich war da schon an der Berufsschule und lernte Maschinenbauer.

In der Berufsschule bekam ich ein Angebot, im Aussland zu studieren. Moskau war zwar weit weg vom Meer, dafür aber weit weg.
Zusamen mit anderen Studenten machten wir tolle Reisen, auf die Krim ans Schwarze Meer, Paddeln im Ural, Städtereisen in Mittelasien, Alma-Ata,Smarkand, Buchara, Bergwandern im Pamir, über den Hauptkamm des Kaukasus nach Swanetien, Wandern am Baikal...

Mein Fernweh wurde befriedigt.

 
Nach dem Studium war alles anders in Deutschland aber jung und flexibel, bekam ich Arbeit in der Konstruktion bei Storck. Mein Freund Steffen zog mit und bald kamen die Kinder zur Welt.

Unser Arbeitgeber war sehr sozial, so dass Steffen jeweils seine Elternzeit nehmen konnte und diese intensive Zeit mit den Kindern sehr genoß. Ich kam so schneller in meiner Abteilung voran.

Mein ganzer Stolz auf Arbeit waren der Entwurf und Bau von Mini-Dickmann-Einsetzrobotern und eine Knopper-Auswickelanlage.

1999 zogen wir nach Mecklenburg, bzw. Vorpommer, nach Stralsund. Wir kauften uns ein Haus und ich lernte Alles, was an Arbeiten so anfällt. Ich kann jetzt fliesen, Laminat verlegen, Gipskartonwände bauen, Dachboden isolieren usw.

Nach einem Online-Lehrgang machte ich mich mit Webdesign und Schulungen selbstständig. Kurze Zeit war ich bei "Hanseyacht" in Greifswald tätig.

Aber zum Segeln kam ich nicht. Aufs Wasser kam ich mit Surfbrett (mein Rekord steht bei 60km/h über den Strelasund) und Paddeln. Nachdem ich im Stralsunder Kanuclub das Paddeln auf See kennengelernt hatte, kaufte ich mir ein Seekajak und machte schöne Touren damit.
Am Schönsten waren eine dreitägige Paddeltour durch die schwedischen Ostschären allein und eine Rügenumrundung mit Ute aus Dresden.

 
2008 hatte ich auf der Volksweft in der Konstruktion angefangen und betreute Bestellung, Abnahme, Lieferung und Einbau von Kranen auf den diversen Schiffen.

Dann kam Silvia auf mich zu, eine Kollegin, die kürzlich aus Rheinland-Pfalz nach Stralsund gezogen war, weil sie immer schon am Meer leben wollte. Sie hatte eine Jolle, ich kannte das Revier: eine Super Chance für beide.
Wir machten tolle Segeltouren nach Hiddensee und rund Rügen. Aber zwei mal im Jahr verschwand Silcia, um als Co-Skipperin jeweils zwei Wochen im Mittelmeer zu segeln.

Bei einem Messebesuch in Hamburg hatte ich mich für Sportbootführerschein See und später auch Sportküstenschifferschein angemeldet. Die beiden Scheine habe ich schnell gemacht. Der SKS-Ausbildungstörn fand auf Gran Canaria statt.

Ein erstes größeres Boot wurde gechartert und mit Familie ging es von Rügen nach Mön, Gedser, Rostock, Stralsund.
Irgendwann fragte ich Silvia, wie man Co-Skipperin wird und sie meinte: Ruf mal Susanne an. Da tat ich und wurde gebraucht.

 
Im September 2012 hatte ich dann das ultimative Erlebnis. Tolles klares, warmes Wasser, ein großes Boot mit netten Frauen an Bord, schöne Winde und gutes Essen. Und dieses Blau!

Wir haben zwei Wochen Spaß gehabt und mich hatte es erwischt. Der Segelvirus hatte voll zugeschlagen.
 


Ich wollte viel lernen und nahm an einem Sicherheitstraining der "Nordischen Segelschule" in Hamburg teil. Überlebensanzug, Person an Bord holen, Rettungsinsel aufrichten und hineinklettern....

Um auch nachts und mit Radar navigieren zu können buchte ich im Dezember eine Tour von Hamburg nach Helgoland und fand eine ebesolche segelverrückte Susanne auf der "Galatea" vor.
 
In diesem Jahr fand ich zum Verein "Die Seglerinnen e.V." und traf auf taffe Frauen, die die Liebe zum Segelsport verbindet.

 
2013 nutzte ich "dank" Insolvenz der Volkswerft jede Gelegenheit zum Segeln,
- Lanzarote-Fuerteventura mit Skipperin Martina,
- Mallorca mit Skipperin Susanne,
- Plattbodentörn zum 30. Jubiläum der "Seglerinnen" - Kroatien mit drei Susannes an Bord,
- Regattasegeln auf einer Varianta mit Eignerin Heike,
- Ibiza-Formentera mit Skipperin Susanne
- eigener Segeltörn mit Freundinnen vom Studium um Mallorca
In den folgenden Jahren organisierte ich eigene Törns in Kroatien.
Auch Katamarane reizten mich. Nach Teilnahme an einem Katamaranträing in Kroatien ( Danke Alex für die vielen Tipps) chartere ich Katamarane. Der schönste Törn war ein Familientörn um Mallorca mit Eltern, Freundin und unseren Töchtern. Wir retteten sogar einen Fischer aus Seenot. Ich höre immer noch: "Esse o Esse" für SOS auf spanisch.

 
Nach meinem Umzug nach Köln fand ich Arbeit in einem Ingenieurbüro in der Planung und Dokumentation für Roboterschweißanlagen für die Automobilindustrie.
Am Heider Bergsee feierte ich meinen 50. Geburtstag und freue mich noch heute bei dem Gedanken daran, wie viele liebe Menschen dort zusammenkamen. Es war richtig schön.

Doch so richtig stimmte mein Leben nicht. Nach Novemberdepressionen und Schlafstörungen beschloss ich, etwas zu ändern. Was ich am liebtsten möchte ist: Segeln, Bewegung an frischer Luft und am Wasser.
Doch Segeln als Job? Immer mit vielen Leuten unterwegs sein? Hmm. Allein?

 
Ja das war es. Einhand um Rügen, da war ich ich selbst. So was will ich wieder erleben. Mit eigener Kraft, auf eigenem Kiel, nach eigenem Willen den Kurs bestimmen und schöne Gegenden und nette Menschen kennenlernen.

 
Ich suchte und fand ein Segelboot - die "Mistral".

Was ich damit erlebe, schreibe ich hier nieder. Viel Spaß beim Lesen.

 
Im Frühjahr 2017 habe ich auch die praktische Prüfung bestanden und bin jetzt Inhaberin Sportseeschifferscheins. Im Sommer war ich auf Törns im Mittelmeer mit verschiedenen Crews unterwegs:
In den Kykladen mit sieben netten Männern, die mich zum Geburtstag mit einem Sektfrühstück überraschten.
Im Saronischen Golf mit einer netten schweizer Familie, die begeistert von ihhrem ersten gemeinsamen Segeltörn waren. Vier Mal Einwochentörns mit Familien auf einem Katamaran in den Toskanischen Inseln, meist Elba.
Auf einer Eigneryacht mit der 82-jährigen Lore im Dodekanes. Lore zeigte mir und vier Studenten die schönsten Buchten, Häfen, Restaurants und Inseln um Leros herum.
 
Seit Mitte September überführe ich die "Mistral" ins Mittelmeer. Leider hielt mich eine Getriebereparatur auf, außerdem fuhr ich bei einer befreundeten Skipperin als Coskipperin mit über den Atlantik (von Spanien auf die Kanaren).
Wir übten unterwegs, wie man mit Sextant die Position ermittelt. Bei ruhigem Wasser waren wir schon ganz gut. Durch diese praktische Anwendung wurde uns die bisher so graue Theorie plötzlich verständlich und der Umgang mit Tabellen und Berechnungen einfacher.
Doch seit November bin ich endlich mit der Mistral auf den Kanälen Europas unterwegs. Das heißt: jeden Tag ein Abenteuer.
Nachzulesen unter: suzansailing.wordpress.com
 
Ahoi - Susanne Radlach